
Nordwestzeitung -
Heinze und Wever präsentieren Werke in Cloppenburg Soestengalerie
Ausstellung: Kreative Skulpturen und Grafiken mit Materialgefühl
Cloppenburg (aw)- Über einen gelungenen Auftakt und ein vol-les Haus freuten sich am Sonntag Rosi und Jürgen Luttmer in ihrer Soestengalerie. Sie eröffneten eine gemeinsame Ausstellung mit Plastiken und Skulpturen von Ilse Heinze so wie Bildern und Graphiken von Peter Wever. Die Ausstellung kann bis zum 22 Dezember jeweils donnerstags und freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr besucht werden.
Während der sehr persönlichkeitsbezogenen Einführung durch den Kritikern Hartmut Reiner Berlinicke aus Wildeshausen wurden den Besuchern die einzelnen Werke und die unterschiedlichen Techniker der Künstler vorgestellt. Berlinicke ließ zudem den jeweiligen Werdegang der beiden Kunstschaffenden kurz Revue passieren.
Ilse Heinze wurde 1944 in Düsseldorf geboren und ist dort auch aufgewachsen. Den Weg zur geschaffenen Kunst schlug die Mutter von drei Kindern aber erst 1975 ein. Sie absolvierte eine Ausbildung in Keramikwerkstätten und ließ eine autodidaktische Weiterbildung folgen. Von 1978 bis 1981 leitete sie Keramikkurse in verschiedenen Bildungsstätten im Ruhegebiet. Im Anschluss war sie bis 1992 Schülerin bei Herbert Lungwitz in Essen/Ruhr
Seit 1994 betreibt sie eine eigene Werkstatt in Klein- Roscharden bei Lastrup und leitet dort Bildhauerkurse. Die Arbeiten werden in Stein, Holz, Keramik, Metall und Beton gestaltet. In den vergangenen fünf Jahren war Ilse Heinze mit Ausstellungen in Essen/Ruhr, Lindern, Lastrup, Cloppenburg. Garrel und Oldenburg präsent.
Nach den Aussagen in ihrer Präsentationsmappen konkurrieren die Skulpturen mit den Aussagen der inneren Form des Steins. „Ich passe mich der Natur an“. Betont die Künstlerin. Die Arbeiten sprechen nach Ansicht Berlinickes für sich. Es zeige sich die Kreativität des Einlasses auf vorgegebene Bedingungen des Materials. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Arbeiten werden besonders deutlich. Die gefundene Form werde neu gesehen und praktisch verwandelt. Sie werden mit neuen Strukturen überzogen, dadurch detailreicher.

Peter Wever wurde 1950 in Lüdenscheid geboren und studierte 1970 bis 1976 Grafik und Kunsterziehung ab. Ein Jahr später erhielt er ein Hochschulstipendium für ein einjähriges Studium am National College of Art and Design in Dublin/Irland. Nach einen zweijährigen Aufenthalt in den USA und in Guatemala folgte eine Referendarzeit. In Berlin. 1982 legte er das zweite Staatsexamen ab. Seit 1983 ist, er als freischaffender Künstler in Berlin tätig.
Wever hat bereits zahlreiche Einzel- Gemeinschaftsausstellungen in ganz Deutschland mit seinen Werken bestückt unter anderem zur Documenta 8 in Kassel und während mehrere internationaler Buchmessen in Frankfurt am Main. Er war zu dem Aussteller von Grafik- Biennalen in Krakau/Polen sowie der International Exhibition of Prints in Yokohama/Japan und der „Block IV“ in Charkow/Ukraine. Hinzu kommen diverse Einzelausstellungen in Guatemala, Irland den Niederlanden und den vereinigten Staaten von Amerika.
Die Arbeiten von Wever, immer ohne Jahreszahlen, zeichnen sich besonders durch die Technik aus. Einfarbige Radierungen werden auf verschiedenen Platten, von Kupfer bis Zink, präsentiert. Er verwendet aber auch Computergraphiken und vor allem Pastell- und Ölkreide, Acrylfarben und Bundstifte. Hervorragende Farbgebungen kommen durch mehrfaches übermalen und Radieren besonders gut zur Geltung
Wever setzte sich mit den fertigen Bildern auseinander und produziere so auch dialogische Serien, die besonders zeittypisch seien, so Berlinicke weiter. Nach eigenen Worten erstellt Wever oft Entwürfe, die nach mehrfacher Bearbeitung zum Kunstwerk werden, ein dominierendes Thema seiner Bilder ist die Kommunikation. „Pausenlos steht das Telefon still“ oder der „Kuss überm Tisch“ gehen mit direkten oder indirekten Begrüßungen gleicher Personen einher.